GRÜN Software Medien GmbH03.06.2026
40 Jahre NTX: Vom Karteikasten zur digitalen Verlagsplattform
40 Jahre NTX: Vom Karteikasten zur digitalen Verlagsplattform
Ein Verlag Mitte der 1980er Jahre:
Auf den Schreibtischen stapeln sich Manuskripte, Karteikarten und Produktionslisten. Erscheinungstermine werden telefonisch abgestimmt, Adressänderungen mehrfach übertragen und Mahnungen manuell geprüft. Wer wissen will, ob ein Titel bereits ausgeliefert wurde, fragt in Herstellung, Vertrieb oder Lager nach.
In manchen Verlagen wird tatsächlich noch mit Schreibmaschine, Schere und Klebstoff gearbeitet. Texte werden ausgeschnitten, neu zusammengesetzt und manuell korrigiert. Viele Abläufe funktionieren über Erfahrung, Zuruf und Improvisation. Nicht, weil es ineffizient sein soll, sondern weil es damals kaum andere Möglichkeiten gab.
Genau aus diesem Arbeitsalltag heraus entstand die Idee für GRÜN NTX und damit die Grundlage für eine der langjährigsten Verlagssoftware-Lösungen im deutschsprachigen Raum. Heute, 40 Jahre später, ist GRÜN NTX ein zentrales System für Verlage, Medienhäuser und Fachinformationsanbieter. Dennoch begann der Weg dorthin erstaunlich pragmatisch: mit dem Ziel, Verlagsarbeit einfacher zu machen.
Die Anfänge von GRÜN NTX: Verlagssoftware aus der Praxis
Die Geschichte von NTX begann ursprünglich nicht im Verlagswesen, sondern mit einem Softwareprojekt im Gesundheitsbereich. Schnell kamen jedoch erste Verlage auf das junge Unternehmen zu, mit ganz konkreten Anforderungen:
- Adressverwaltung
- Anzeigenabrechnung
- Mahnwesen
- Produktionskoordination
1986 wurde das Unternehmen als Zwei-Mann-Unternehmen in Karlsruhe gegründet. Die ersten Systeme liefen auf Siemens-Hardware mit UNIX und Informix-Datenbank. Schon Ende der 1980er Jahre entstanden die ersten Lösungen für Buch- und Zeitschriftenverlage. Der Anspruch war von Anfang an klar: Prozesse zentralisieren und manuelle Arbeit reduzieren.
40 Jahre NTX: Moderne Funktionen von Anfang an
Die ersten Jahre von NTX hatten wenig mit heutiger Software gemeinsam. Die Anwendung lief terminalbasiert auf UNIX-Systemen, mit schwarzen oder grünen Monitoren, Eingabemasken und Tastaturbefehlen. Grafische Oberflächen gab es noch nicht. Auf eine Maus mussten die Anwender ebenfalls verzichten. Auch Drag-and-Drop-Funktionen waren damals noch kein Thema. Trotzdem entstanden bereits damals Funktionen, die ihrer Zeit weit voraus waren.
Anfang der 1990er Jahre konnten in NTX bereits mehrere Steuersätze innerhalb eines Auftrags verarbeitet oder die Stimmbelegung von Orchesterwerken direkt in Auftragspositionen verwaltet werden. 1993 wurde sogar eine automatisierte Fax-Anbindung umgesetzt: Bestellte VDE-Normen wurden direkt aus NTX an Baustellen gefaxt.
Auch Funktionen wie Dublettenprüfung, Ansprechpartnerverwaltung oder Sonderversand bedeuteten damals vor allem eines: weniger manuelle Arbeit. Die Entwicklung selbst war aufwendig. Standards wie ONIX existierten noch nicht, viele Schnittstellen mussten individuell entwickelt werden. Neue Anforderungen entstanden direkt aus dem Arbeitsalltag der Verlage.
GRÜN NTX wird grafisch: Der Umbruch in den 1990er Jahren
Mitte der 1990er Jahre begann ein technologischer Wandel. Parallel zur textbasierten Oberfläche entstand die erste grafische Version von NTX. Fenster, Icons, Maussteuerung und Drag-and-Drop hielten Einzug in die Verlagssoftware. Was heute selbstverständlich wirkt, bedeutete damals einen grundlegenden Wechsel der Arbeitsweise.
Gleichzeitig entwickelte sich NTX funktional immer weiter, mit dynamischen Selektionen, automatischer Dokumentenverschlagwortung, DMS-Anbindungen und komplexeren Produktions- und Datenprozessen. Aus einzelnen Programmen wurde Schritt für Schritt ein integriertes Verlagssystem.
40 Jahre NTX: Das Jahr 2000 als Wendepunkt
Als Ende der 1990er Jahre das sogenannte Jahr-2000-Problem die IT-Branche beschäftigte, standen viele Unternehmen unter Druck. NTX selbst war davon nicht betroffen. Einige Verlage arbeiteten jedoch mit anderen Systemen, die kurzfristig ersetzt werden mussten.
Für NTX bedeutete das eine außergewöhnlich intensive Projektphase mit zahlreichen Neueinführungen. Deshalb war die Auslastung so hoch, dass in dieser Zeit erstmals kein NTX-Treff stattfinden konnte. Bis heute ist das eine Ausnahme in der Unternehmensgeschichte.
Parallel dazu begann die Umstellung von proprietären UNIX-Systemen auf Linux. Entwicklungs- und Kundensysteme wurden migriert, neue Plattformen eingeführt und die Datenmengen wuchsen kontinuierlich weiter.
GRÜN NTX: Vom Verlagssystem zur digitalen Infrastruktur
In den 2000er Jahren entwickelte sich NTX konsequent weiter, denn die Anforderungen der Verlage wurden immer komplexer. Aus einer klassischen Verwaltungssoftware wurde Schritt für Schritt eine vernetzte Plattform für digitale Verlagsprozesse. Neue Funktionen entstanden direkt aus dem Arbeitsalltag der Kunden: von automatisierten Fax-Prozessen und der ersten grafischen Oberfläche über Echtzeit-Anbindungen von Shopsystemen bis hin zu mobilen Anwendungen und KI-gestützten Kundenservice-Prozessen.
Die Entwicklung von NTX zeigt dabei auch, wie sich die Anforderungen in Verlagen verändert haben. Von manuellen Verwaltungsabläufen hin zu integrierten, automatisierten und datengetriebenen Prozessen.
Der NTX-Treff: 40 Jahre Austausch in der Verlagsbranche
Zur Geschichte von NTX gehört nicht nur Softwareentwicklung, sondern auch der persönliche Austausch mit Kunden und Branchenexperten. Der NTX-Treff, heute die GRÜN Software Medien IMPULSE, entwickelte sich über viele Jahre zu einer festen Institution der Verlagsbranche. In Speyer trafen sich Verlage, IT-Verantwortliche und Projektteams, um über neue Technologien, Prozesse und Herausforderungen zu sprechen.
Viele erinnern sich bis heute an die legendären Grillabende, gemeinsame Abendveranstaltungen oder das Feuerwerk zum Jubiläum. Dabei spiegelten die Themen des NTX-Treffs immer auch die Entwicklung der Branche wider: Digitalisierung, Metadatenmanagement, Datenschutz, Automatisierung und heute auch KI.
40 Jahre NTX: Die Idee hinter der Software ist geblieben
Vier Jahrzehnte später hat sich die Technologie vollständig verändert – vom grünen Terminalmonitor bis zu KI-gestützten Prozessen in Echtzeit. Die eigentliche Idee hinter NTX ist jedoch dieselbe geblieben: Verlagsarbeit einfacher, strukturierter und beherrschbarer zu machen.
Deshalb ist GRÜN NTX heute für viele Verlage weit mehr als nur Software.
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